Neurodermitis verstehen: Warum die richtige Hautpflege mehr kann als nur beruhigen
- Redaktion
- vor 3 Tagen
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Juckreiz, Spannungsgefühle und wiederkehrende Schübe belasten viele Betroffene – körperlich wie emotional. Für GLOW haben wir Guylaine Le Loarer, Leiterin Forschung & Entwicklung bei der Börlind GmbH, gefragt, worauf es bei der Pflege neurodermitischer Haut wirklich ankommt.

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Frau Le Loarer, Neurodermitis betrifft viele Menschen – dennoch wird oft erst spät darüber gesprochen. Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, das Thema stärker zu enttabuisieren?
Neurodermitis betrifft Millionen Menschen, aber viele fühlen sich allein mit ihrer Erkrankung. Dieses Tabu führt dazu, dass Betroffene ihre Beschwerden verheimlichen und nicht rechtzeitig nach Hilfe suchen. Offene Gespräche können das Verständnis fördern, den psychischen Druck reduzieren und eine frühere, bessere Behandlung ermöglichen.
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Was passiert bei Neurodermitis eigentlich auf Hautebene? Können Sie erklären, warum die Hautbarriere so stark gestört ist und welche Folgen das hat?
Die Hautbarriere bei Neurodermitis ist gestört: Sie verliert mehr Feuchtigkeit und bietet weniger Schutz vor Reizstoffen und Keimen. Die Ursache ist eine Kombination aus genetischen Faktoren und einer Überreaktion des Immunsystems. Die Folge davon: eine trockene, empfindliche Haut, die zu Entzündungen neigt.
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Viele Betroffene berichten von starkem Juckreiz und psychischer Belastung. Wie eng sind Haut und Nervensystem bei Neurodermitis miteinander verbunden?
Die Haut ist eng mit dem Nervensystem verbunden. Bei Neurodermitis senden entzündliche Prozesse Signale, die den Juckreiz verstärken. Das Kratzen aktiviert wiederum Nervenbahnen, was den Teufelskreis aus Juckreiz und Entzündung immer wieder antreibt. Zusätzlich kann Stress diese Verbindung verschärfen.
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Bei der Pflege neurodermitischer Haut gilt oft: weniger ist mehr. Worauf sollte man bei der Auswahl von Pflegeprodukten besonders achten?
Hier gilt: weniger ist mehr. Produkte sollten frei von Duftstoffen, Farbstoffen und aggressiven Tensiden sein. Wichtig sind auch rückfettende Inhaltsstoffe, welche die Hautbarriere stärken, sowie milde Formulierungen, die Reizungen vermeiden.
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Die EXTRODERM-Serie wurde speziell für sehr trockene, neurodermitische Haut entwickelt. Was war der zentrale Anspruch bei der Entwicklung dieser Linie?
Unser Ziel war, eine Pflegeserie zu schaffen, welche die besonderen Bedürfnisse neurodermitischer Haut erfüllt: intensive Feuchtigkeitsversorgung, Beruhigung akuter Beschwerden und langfristige Stärkung der Hautbarriere – ohne unnötige Zusatzstoffe.
Die Produkte wurden an Neurodermitikern im Rahmen einer dermatologischen Studie getestet. Die Ergebnisse ergaben eine nachgewiesene Regeneration und Stabilisierung der natürlichen Hautbarriere ebenso wie eine Stärkung deren Widerstandsfähigkeit.
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Welche Inhaltsstoffe oder Wirkprinzipien stehen bei EXTRODERM im Fokus, um die Haut zu beruhigen und die Barriere langfristig zu stärken?
Die DADO SENS EXTRODERM Serie setzt auf hautberuhigende Wirkstoffe wie Panthenol und den Omega-Komplex aus Inka-Omega-Öl, Borretschsamenöl und
Vitamin F, sowie feuchtigkeitsspendende Komponenten wie Glycerin. Diese Kombination lindert Juckreiz, unterstützt die Regeneration der Hautbarriere und reduziert Spannungsgefühle.
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Wie wichtig ist Kontinuität in der Pflege – auch in beschwerdefreien Phasen – und was raten Sie Betroffenen für ihre tägliche Routine?
Kontinuität ist sehr wichtig! Denn auch in beschwerdefreien Phasen bleibt die Hautbarriere anfällig. Regelmäßige Pflege stabilisiert die Haut und kann Schüben vorbeugen.
Tipp: Eine feste Routine mit sanfter Reinigung und täglicher Rückfettung ist für eine langfristige Besserung entscheidend
Viele Familien sind betroffen, wenn Kinder Neurodermitis haben. Welche Tipps haben Sie für Eltern im Umgang mit sensibler Kinderhaut und wiederkehrenden Schüben?
Die sanfte Pflege, kurze lauwarme Bäder und sofortiges Eincremen danach sind das wichtigste. Ebenso hilft das Vermeiden von Überhitzung und das Tragen von Kleidung aus Baumwolle die Schübe zu reduzieren. Außerdem gilt: Geduld und liebevolle Begleitung – denn Stress verschlimmert die Symptome.
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Gibt es aus Ihrer Sicht typische Pflegefehler, die bei Neurodermitis häufig gemacht werden – und die sich leicht vermeiden ließen?
Zu häufiges Waschen und aggressive Reinigungsmittel sowie parfümierte Produkte sind häufige Fehler bei Neurodermitis. Auch ist das Weglassen der Pflege in beschwerdefreien Phasen problematisch. Mit diesen einfachen Anpassungen lässt sich sehr viel verbessern.
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Heute weiß man: Hautprobleme entstehen selten nur an der Oberfläche. Gerade bei Neurodermitis spielen auch innere Faktoren wie Stress, das Immunsystem oder das allgemeine Wohlbefinden eine Rolle. Warum reicht es bei Neurodermitis oft nicht aus, die Haut nur von außen zu pflegen? Und was können Betroffene zusätzlich tun, um ihre Haut auch von innen zu unterstützen?
Neurodermitis ist keine reine Hauterkrankung – sie ist auch eng mit inneren Faktoren wie dem Immunsystem, Stress und dem allgemeinen Wohlbefinden verknüpft. Die gestörte Hautbarriere ist daher nur ein Teil des Problems. Entzündungsprozesse entstehen im Körper, und psychische Belastungen wie Stress können die Schübe verstärken. Deshalb reicht eine rein äußerliche Pflege oft nicht aus.
Was zusätzlich hilft:
Stressmanagement: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder Atemübungen können das Nervensystem beruhigen.
Ernährung: Eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren, ausreichend Flüssigkeit und viel Gemüse unterstützt die Haut von innen.
Schlaf & Bewegung: Regelmäßiger Schlaf und moderate Bewegung fördern das Wohlbefinden und stärken das Immunsystem.
Ganzheitlicher Ansatz: Lebensstil, Pflege und ärztliche Begleitung sollten Hand in Hand gehen.
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Gut zu wissen
Die EXTRODERM-Serie von DADO SENS Dermacosmetics wurde speziell für sehr trockene und neurodermitische Haut entwickelt. Die Produkte sind frei von Duft- und Farbstoffen und wurden dermatologisch an Neurodermitikern getestet.
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